Klaus Engler über seine ersten 100 Tage als Abteilungsleiter in der Erlacher Höhe.

© Erlacher Höhe

03.08.2020 in Neuigkeiten

Ein Blick hinter die Kulissen der Sozialtherapeutischen Hilfen: Klaus Engler im Interview

Ein Blick hinter die Kulissen: In einer Interviewreihe möchten wir Mitarbeitende der Erlacher Höhe zu unterschiedlichen Themen erzählen lassen. Diese Woche haben wir uns mit Klaus Engler unterhalten, der nun die ersten 100 Tage die Sozialtherapeutischen Hilfen der Erlacher Höhe leitet.

Lieber Herr Engler, Sie haben die ersten 100 Tage als Abteilungsleiter der Sozialtherapeutischen Hilfen der Erlacher Höhe hinter sich. Wie geht es Ihnen?

Vertraut den neuen Wegen! Dieses Lied hat mich ins Amt begleitet. Es ist alles erst einmal sehr anstrengend, neu und scheint immer wieder unbewältigbar. Aber ein starkes Team unterstützt mich wo es kann. Das Umfeld ist uns wohlgesonnen und sieht großzügig über Unzulänglichkeiten hinweg. Überall begegnet mir Vertrauen und Entgegenkommen. Die Tore stehen offen. Ich bin begeistert.

Was war in dieser ersten Phase für Sie besonders schön?

Wenn so ein Diakon eingesegnet wird, dann ist das zwar schön gestaltet, aber irgendwie doch erst mal nur eine Art Verwaltungsakt. Erst in der Praxis merkt mensch dann, dass er gesegnet ist, nicht allein dasteht, nicht eigene Pläne verwirklicht, sondern einem höheren Auftrag folgend entsprechend mächtig unterstützt und geleitet wird. Das durfte ich in den letzten Monaten wieder sehr intensiv erfahren.

Welche besonderen Herausforderungen gab es für Sie in dieser Zeit?

In meiner doch recht kurzen Amtszeit wurden mir insgesamt vier kompetente MitarbeiterInnen neu an die Seite gestellt. Zwei davon sind gestandene und erfahrene hauswirtschaftliche Anleiterinnen, eine Psychologin und eine klinische Sozialarbeiterin. Ab Herbst wird eine Studentin der Sozialarbeit unser Team zusätzlich unterstützen, so dass wir qualitativ und quantitativ sehr gut aufgestellt sind.

Von meinen Vorgängern habe ich über 20 Liegenschaften und eine ganze Reihe an Bauprojekten übernommen, die nun so langsam ihren Abschluss finden. Das ist für mich absolutes Neuland. Aber ich habe einen hervorragenden Hausmeister und die MitarbeiterInnen des Facilitymanagements an meiner Seite, die mich hervorragend einführen. Auch die Betriebswirtschaft war vorher nicht meine Spielwiese. Da lerne ich und staune täglich aufs Neue. Wissend, dass auch meine Verwaltung hervorragend aufgestellt und absolut zuverlässig ist.

So ist die größte Herausforderung für mich zu vertrauen. Darauf, dass wir Menschen für das was wir tun sollen auch das bekommen, was wir dazu brauchen. Und dass wir bei diesem Tun nie alleine sind. Und dass der richtige Weg nicht immer der ist, den wir in unserem Plan haben.

Was haben Sie mit Ihrem Team für die zweite Hälfte des Jahres 2020 geplant?

Die neuen Kolleginnen sollen eine gute Einarbeitung bekommen. Das ist uns ganz wichtig!

Wir haben die erste Infektionswelle gut überstanden, weil wir der Sache von Anfang an ins Auge geschaut haben. Auch für die zweite Welle sind wir gut aufgestellt. Das dominiert natürlich derzeit alles. Solange wir etwas Luft haben, muss sich das Team nach dem personellen Wechsel wieder neu finden. Auch unser Therapieprogramm, unsere Hausordnungen und unsere Tagesstruktur - alles hat sich in der Pandemie stetig grundlegend verändert. Das muss auch erst mal wieder konzeptionell gefasst und langfristig tragbar gemacht werden. Und die Alteingesessenen müssen erstmal wieder Luft holen. Wir werden das also alles erst mal in Ruhe angehen.

Und dann sollte ich mir auch mal wieder Zeit für meine Kinder und meine Frau nehmen, die in letzter Zeit auch viel mitmachen mussten.

Klaus Engler ist Diakon und leitet seit 1. April 2020 die Erlacher Höhe Sozialtherapeutische Hilfen, die Menschen mit Sucht- und/oder psychischen Problemen in sozialen Notlagen beraten, unterstützen und begleiten. Die Abteilung umfasst die stationären Einrichtungen „Helle Platte“, die therapeutischen Wohngemeinschaften Backnang und Murrhardt sowie zur Nachsorge ambulant betreute Wohnangebote.