Pfarrerin Dorothee Eisrich freut sich mit den Sozialarbeiterinnen Claudia Schwab und Melanie Gassert sowie Abteilungsleiter Anton Heiser über die Rückkehr des EH-Mobils ins Martin-Luther-Haus in Schorndorf (v. l. n. r.).

© Erlacher Höhe

19.02.2021 in Pressemitteilungen

Vorerst Essensgutscheine statt Mittagstisch

Großerlach/Schorndorf, 19.02.2021. Monatelang konnte die mobile Tagesstätte EH-Mobil der Erlacher Höhe ihren Schorndorfer Gästen nur durch alternative Gesprächs- und Beratungsformen zur Seite stehen. Ein Mittagstisch in Gemeinschaft war aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie nicht mehr möglich. Umso größer ist deshalb die Freude, dass das EH-Mobil nun zumindest seine Beratungstätigkeit vor Ort wieder aufnehmen konnte. Seit dem 11. Januar 2021 findet wöchentlich montags von 11-12 Uhr eine persönliche Sozialberatung im Martin-Luther-Haus der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Schorndorf statt.

Die Beratung richtet sich an Menschen, die sich in einer finanziellen oder psychischen Notlage befinden, denen der Verlust ihrer Wohnung droht oder die Gewalterfahrungen erleiden mussten. Erlacher Höhe Sozialarbeiterin Claudia Schwab, die das EH-Mobil in Schorndorf über viele Jahre hinweg entwickelt und begleitet hat, hat mittlerweile eine neue Aufgabe bei der Erlacher Höhe übernommen und das Angebot an ihre Kollegin Melanie Gassert übergeben. Gassert hofft, dass sich in Schorndorf rasch herumspricht, dass das EH-Mobil ins Martin-Luther-Haus zurückgekehrt ist. „Die Räumlichkeiten, die uns die evangelische Gesamtkirchengemeinde zur Verfügung stellt, sind sehr großzügig, das Einhalten aller Abstands- und Hygieneregeln ist daher kein Problem“, so die engagierte Sozialpädagogin.

Da ein gemeinsamer Mittagstisch pandemiebedingt weiterhin nicht möglich ist, erhalten bedürftige Besucher der Sozialberatungsstunde künftig wöchentlich einen Essensgutschein in Höhe von fünf Euro. Diese Gutscheine können sowohl bei der Schorndorfer Metzgerei Thomas Kurz in der Johann-Philipp-Palm-Straße 27 als auch der Metzgerei Wolz in der Karlstraße 13 eingelöst werden. Dort gibt es jeweils einen Mittagstisch, der bis zu sieben Euro kostet. Mit einem Eigenanteil in Höhe von maximal zwei Euro kann man sich dort ein warmes Mittagessen holen. „Wir können nicht die Gemeinschaft des EH-Mobils ersetzen, aber zumindest das Essen; zumal es für manche Menschen wöchentlich das einzige warme Essen ist, das sie sich leisten können“, sagt Anton Heiser, Leiter der Abteilung Ambulante Hilfen Rems-Murr der Erlacher Höhe. Auch am Standort Backnang, wo das EH-Mobil ebenfalls seit Anfang Dezember 2020 mit einer Sozialberatung präsent ist, sollen künftig Essensgutscheine ausgegeben werden. Ein ähnliches Konzept sei für die noch geschlossenen Standorte Kernen-Rommelshausen und Waiblingen in Planung. „Sobald auch dort die Gemeinden, mit denen wir zusammenarbeiten, ihre Türen wieder öffnen“, so Heiser. Finanziell unterstützt werden die Essensgutscheine durch die Hilfsaktion Mutmacher der Diakonie Württemberg und der Evangelischen Landeskirche sowie aus Spendenmitteln der Fußballnationalmannschaft an die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe.